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Sekundenschlaf Wasserbett Lexikon
 


Sekundenschlaf ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Müdigkeitsattacken. Hierbei handelt es sich um ein ungewolltes Einschlafen für mehrere Sekunden.


Sekundenschlaf - Ursache vieler Unfälle


Viele Autounfälle sind auf Tagesschläfrigkeit bzw. Übermüdung des Kraftfahrers zurückzuführen. Das Schlafzentrum des Pfalzklinikums Klingenmünster hat zwei Studien zum Thema »Schläfrigkeit am Steuer« durchgeführt - mit teilweise erschreckenden Ergebnissen.

Um die Fahrtauglichkeit und die Tagesschläfrigkeit von Kraftfahrern zu untersuchen, führten wir an der Raststätte Gräfenhausen (Nähe Darmstadt) zwei Studien durch. An jeder nahmen ca. 160 LKW- und PKW-Fahrer teil.
Die Fahrer wurden gebeten, Fragebögen zur aktuellen Fahrsituation, zum Vorliegen von Schlafstörungen, körperlichen Erkrankungen usw. auszufüllen. Wir fragten sie auch, wie und wie lange sie in der vorigen Nacht geschlafen hatten. Außerdem wurde mit jedem Autofahrer ein pupillografischer Schläfrigkeitstest durchgeführt.
Man weiß, dass der Durchmesser der Pupille im Dunkeln bei Schläfrigkeit Schwankungen unterliegt, während er im Wachzustand gleich bleibt. Mit einer Infrarotvideokamera vermaßen wir im Dunkeln die Pupille jedes Kraftfahrers elf Minuten lang; ein Rechner wertete das Ausmaß der Schwankungen aus.
Die erste dieser Studien fand im April 2001 statt; Ende Juni dieses Jahres wiederholten wir die Studie noch einmal an einem Hitzetag mit Spitzentemperaturen über 36°C.


Jeder zehnte Fahrer auf der Autobahn ist fahruntüchtig


Wir teilten die Schläfrigkeitswerte der untersuchten Kraftfahrer in drei Kategorien ein:
unauffällige Werte (keine Schläfrigkeit am Steuer) grenzwertige Fälle (deutliche Hinweise auf Fahruntüchtigkeit, wobei man jedoch davon ausgeht, dass der Fahrer nach einer Pause, einem Schläfchen oder dem Genuss eines koffeinhaltigen Getränks vielleicht doch noch für eine halbe, maximal eine Stunde fahrtüchtig ist) pathologische Fälle (absolute Fahruntüchtigkeit).

Bei der Studie im April letzten Jahres ergaben sich folgende Ergebnisse: 75% aller Kraftfahrer waren fahrtüchtig, 15% grenzwertig, 10% absolut fahruntüchtig. Manche schliefen beim pupillografischen Schläfrigkeitstest sogar im Sitzen ein. Man kann also davon ausgehen, dass jeder zehnte Kraftfahrer, der auf der Autobahn an uns vorbeifährt, eigentlich absolut fahruntüchtig ist! Und bei jedem vierten ist die Fahrtüchtigkeit eingeschränkt.
Bei der zweiten Untersuchung Ende Juni dieses Jahres waren die Ergebnisse noch bedenklicher: Nur 92 der untersuchten Verkehrsteilnehmer hatten unauffällige Schläfrigkeitswerte, 46 waren grenzwertig, 24 fahruntüchtig.


Übermüdete Fahrer überschätzen sich häufig

Wir fragten die Verkehrsteilnehmer auch, wie lange sie schon gefahren waren und wann sie ihre nächste Fahrpause planten. Die nicht mehr fahrtüchtigen hatten mit 6,8 Stunden und 500 km Fahrleistung viel länger am Steuer gesessen als die grenzwertigen und die unauffälligen (4 Stunden/ 300–350 km Fahrleistung). Und wir stellten fest, dass gerade die total übermüdeten Autofahrer ihre Fahrtüchtigkeit bedenklich überschätzen: Sie hatten teilweise vor, noch mehrere 100 km zu fahren.
Ein Fernfahrer mit hochpathologischem Untersuchungsergebnis hatte bereits 1400 km und rund 20 Stunden Fahrzeit hinter sich, wollte aber noch bis Griechenland durchfahren, ohne eine Schlafpause einzulegen. Er erklärte, sich völlig verkehrstauglich zu fühlen. Dieses Phänomen beobachteten wir bei allen untersuchten Autofahrern mit erhöhten Schläfrigkeitswerten: Sie gaben zwar zu, schläfrig zu sein, fühlten sich aber alle noch fahrtauglich.
Anhand dieser Untersuchungsergebnisse kann man ein Risikoprofil für den Sekundenschlaf am Steuer aufstellen: Hauptrisikofaktoren stellen Schlafstörungen und eine zu lange Fahrzeit dar. Ein weiterer wichtiger Risikofaktor ist eine monotone Fahrsituation, also z. B. eine nächtliche Autofahrt bei relativ geringem Verkehrsaufkommen oder ein LKW-Fahrer, der bei dichtem Verkehr mit 80 Stundenkilometern in der Kolonne fährt, womöglich auch noch ohne Überholmöglichkeit. Solche Situationen rufen Schläfrigkeit hervor, vor allem, wenn der Schlaf während der Nacht wenig erholsam war (etwa bei Schlafapnoikern).
Schichtarbeit (also Schlaf zum chronobiologisch falschen Zeitpunkt - nicht in der Nacht, sondern tagsüber, wie dies bei Fernfahrern häufig der Fall ist) erhöht das Risiko noch mehr. Das gilt auch für Nachtfahrten: Denn nachts ist unser Organismus nicht auf Leistung, sondern auf Schlaf eingestellt. Wenn der Nachtschlaf zu kurz war (z. B. bei Urlaubsreisenden, die morgens um drei Uhr schon losfahren), ist ebenfalls mit einem erhöhten Unfallrisiko zu rechnen. Auch Hitze (vor allem in Kraftfahrzeugen ohne Klimaanlage) begünstigt die gefährliche Schläfrigkeit am Steuer.
»Durchhalten« ist also bei langen Autofahrten genau die falsche Parole. Wer 17 Stunden nicht geschlafen hat, dessen Reaktionsvermögen entspricht einem Blutalkoholspiegel von 0,5 Promille! Man sollte Pausen deshalb auf keinen Fall zu lange hinauszögern, sondern beim ersten Anzeichen von Schläfrigkeit den nächsten Parkplatz oder die nächste Raststätte ansteuern.


»Durchhalten« kann gefährlich sein

Vielleicht ist diese leider immer noch weit verbreitete »Durchhalte-Mentalität« unter anderem auch auf das falsche Bild zurückzuführen, das in unserer Gesellschaft immer noch vorherrscht – dass jemand, der am Stück von Hamburg bis nach Sizilien durchfährt, ein »toller Hecht« ist. Vermutlich wird die Anzahl der schläfrigkeitsbedingten Unfälle immer noch unterschätzt. Kaum ein Kraftfahrer wird nach einem Unfall zugeben, dass er am Steuer eingeschlafen ist, da er sonst seinen Führerschein verliert.
In einem Auszug aus den Begutachtungsleitlinien für die Kraftfahrzeugeignung heißt es: »Für Schwächezustände durch akute, vorübergehende, sehr selten vorkommende oder nur kurzzeitig anhaltende Störungen ist es dem Verantwortungsbewusstsein jedes Verkehrsteilnehmers aufgegeben, durch kritische Selbstprüfung festzustellen, ob er unter den jeweils gegebenen Bedingungen noch am Straßenverkehr teilnehmen kann oder nicht.«
Das heißt, der Kraftfahrzeugführer muss vor Antritt seiner Fahrt überprüfen, ob er fahrtüchtig ist. Verursacht er schläfrigkeitsbedingt einen Unfall und ihm wird dies nachgewiesen, so wird er ebenso zur Verantwortung gezogen, wie wenn er sich alkoholisiert ans Steuer gesetzt hätte. Daher ist es gerade für Schlafapnoiker wichtig, sich auch unter CPAP-Therapie regelmäßig im Schlaflabor untersuchen zu lassen, wenn sie einem Beruf nachgehen, bei dem eine hohe Eigen- oder Fremdgefährdung infolge potentieller Tagesschläfrigkeit besteht.


So verhindern Sie den gefährlichen »Sekundenschlaf«

Bei längeren Autofahrten unbedingt Pausen machen - vor allem in der Zeit, in der Ihre »innere Uhr« auf Müdigkeit umschaltet: nämlich in den Nachmittagsstunden zwischen 12 und 16 Uhr. Als Faustregel gilt: alle 2 Stunden oder alle 200 km eine Pause einlegen. In diesen Pausen kann man schlafen, spazierengehen oder ein paar Gymnastikübungen machen. Wichtig: frische Luft!

Die meisten durch Müdigkeit bedingten Unfälle passieren nachts zwischen 23 und 6 Uhr. Wer um diese Zeit fährt, sollte besonders viele Pausen einlegen.

Es ist sicherer, einen Beifahrer mitzunehmen, mit dem man sich unterhalten und den man auch bitten kann, darauf zu achten, ob man müde wird.

Müdigkeit in Kombination mit Alkohol ist besonders gefährlich – sie kann beispielsweise die Wirkung eines Biers um das Drei- bis Fünffache verstärken.

Cola, Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke machen zwar vorübergehend wach, verhindern den Sekundenschlaf am Steuer aber nicht unbedingt!

Beim ersten Anzeichen von Müdigkeit: auf den nächsten Parkplatz fahren und ein Nickerchen machen. Aus Sicherheitsgründen sollten Sie einen gut beleuchteten Parkplatz wählen, auf dem sich auch noch andere Menschen befinden.


Warnsignale, die Ihnen verraten, dass Sie müde werden:

- schwere oder herabsinkende Augenlider

- verschwommene Sicht

- ständiges Gähnen

- schlenkerndes Fahren

- Abkommen von der Fahrspur

(Quelle: Das Schlafmagazin)

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